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Weshalb dazugehören?

Vorweg eine kleine Geshcichte...

"Los, steh auf Kiyo!", rief seine Mutter aus der Küche. Gequält drehte er sich auf die Seite und warf einen Blick auf die Uhr. "Ich bin krank, Mum!", rief er zurück und hustete um seinen Satz damit zu unterstützen. Mit Besorgtem Blick kam seine Mutter ins Zimmer und musterte ihn. "Was ist los?", fragte sie. "Mir ist schlecht und ich habe Kopfschmerzen", gab er zur Antwort. Seine Mutter diskutierte nicht lange, schloss seine Zimmertür wieder und ließ ihn schlafen.

Kiyo drehte sich erneut herum. Plötzlich überfiel ihn ein Gefühl der Schuld. Er hatte seine Mutter belogen. Nicht zum ersten Mal. Er wollte einfach nicht in die Schule. Schon gar nicht an Tagen, an denen sie Sport hatten. Er war vor ein paar Jahren aus Japan her gekommen. Und ging nun in die 8. Klasse einer Realschule. Er tat sich schwer Deutsch zu sprechen, also redete er zu Hause japanisch. Doch irgendwann hatte seine Mutter gemerkt, dass er Deutsch nicht beherrschte. Von nun an redeten sie egal wo, nur noch deutsch. Kiyo hatte einen merkwürdigen akzent, sah anders aus und hatte Hobbys, die seine Klassenkameraden nicht kannten. "Hundefresser!", nanten sie ihn. Er hatte keine Freunde in der Klasse und alle lachten ihn aus. "Wieso bist du von Japan weggegangen? Sind dort die Hunde ausgegangen?", fragten sie ihn oft und lachten dabei. Kiyo vermisste Japan sehr, also hatte er damit begonnen seinen Freunden dort zuschreiben. Er versuchte seine Gefühle aufzuschreiben. Anfangs hatten Worte wie "Lass dich nicht unterkriegen!" ihn aufgemuntert. Jetzt hörte er sie so oft, dass sie schon gewohnheit waren.

Kiyo wollte seinen Klassenkameraden keinen neuen grund liefern sich über ihn lustig zu machen. So blieb er zu Hause. Anfangs reichte es, einmal im Monat von der Schule wegzubleiben. Später wurde es dann 2 mal pro Monat. Dann sogar einmal in der Woche. Und jetzt lassen sich besser die Tage zählen, an denen er wirklich zu Schule geht. Nach den ersten paar Stunden die er fehlte, stellte er fest, dass seine Mitschüler ihnd eswegen noch mehr nieder machten. Er geriet in einen Kreislauf, aus dem er alleine nicht hinaus kam.

Oft hatte er miterlebt, wie Jungen aus seiner Klasse plötzlich genau so aussahen wie ihre Freunde. Auf seine Frage hin, ob sie Zwillinge seien gaben sie nur ein Lachen zur Antwort. Später hatte er festgestellt, dass sie sich gleich anzogen, weil sie dazu gehören wollten. Und da fragte er sich wieso eigentlich? Wieso sollte er dazu gehören wollen? Er wurde doch sowieso nur geärgert und ausgelacht. Was brachte es ihm schon den anderen zuhelfen, wenn sie ihn danach sowieso fallen ließen?.."

Die Geschichte ist nicht zu ende, aber mit dem kleinen Stück ist es genau auf den Punkt gebracht. Was bringt es einem dazu zugehören? Meist funktioniert es nur, wenn man Opfer bringt. Oft für den Preis sich selber aufzugeben. Aber der ist mir eindeutig zu hoch! Da gehöre ich lieber nicht dazu und lebe dafür so, wie es mir gefällt...

7.2.07 14:32





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